Venedig- Meine Tipps und Empfehlungen für einen Kurztrip

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Eine Stadt zum Verlieben!

Venedig war schon immer ein Traum von mir, dass ich plötzlich dorthin fliege hat mich selbst ein wenig überrascht. Da Chris zu einem Kongress verschwunden ist, habe ich abends Flüge gecheckt, gebucht und bin am nächsten Abend nach Venedig Treviso geflogen. So einfach! Naja, ein Hotel hatte ich mir vorher natürlich auch noch besorgt. Aber kein Reiseführer, keine Vorbereitung, nichts. Und dank Ryanair nur ein Handgepäcksstück voll mit Fotoausrüstung und in die Ecken noch ein Minimum an Kleidung reingestopft.

Vom Flughafen aus geht es ganz einfach mit einem Bus-Shuttle in die Altstadt. Da ich mir ein Hotel beim Markusplatz, der Piazza San Marco, „gegönnt“ habe, fahre ich noch ein wenig mit dem Schiff weiter. Es ist dunkel, alles schön beleuchtet und einfach nur schön. Am Markusplatz angekommen bestaune ich die prunkvollen Bauten und die kleinen Orchester, die in den Cafes spielen.

Genug gestaunt, ich suche mein Hotel und finde es in einer sehr engen Gasse und lerne die erste Lektion: Wenig Zimmer für viel Geld. Die Lage wird halt mitgezahlt und ich kann nur lachen als ich die Fensterverschläge zu einem Minihinterhof aufmache und ungefähr 1qm Himmel sehe. Für den Palazzo von George Clooney hat das Budget halt nicht gereicht…

Venedig mit all seinen Kanälen laden zu einer Gondelfahrt ein
Gondeln im Sonnenaufgang über Venedig

Tipp 1- Morgenstund hat Gold im Mund

Eigentlich bin ich keine bekennende Frühaufsteherin, seitdem ich aber meine Leidenschaft fürs Fotografieren entdeckt habe, quäle ich mich doch das ein oder andere Mal morgens zum Sonnenaufgang raus. Und in Venedig lohnt sich das wirklich. Eine neue Stadt offenbart sich in diesen frühen Stunden.

Es ist dunkel und ruhig, der Markusplatz ist leer. Nur einige Straßenkehrer und Fotografen schleichen in den Gassen herum. Alle Gondeln am Markusplatz sind vertäut und schwanken sanft in einer Reihe. Die Sonne geht auf und lässt alle Gebäude im hellen Glanz erstrahlen. Venedig zeigt sich von seiner verträumten ruhigen Seite und eine ganz besondere Stimmung entsteht.

Am letzten Morgen legt sich plötzlich ein dichter Nebel über die Stadt und alles scheint verschluckt zu werden. Immer wieder dringt das Hupen der Schiffe durch den Nebel, welche selbst schon gar nicht mehr gesehen werden. Selten habe ich mich über Nebel so gefreut wie hier. Alles wirkte plötzlich ein wenig mystisch und versteckt.

Wie jeden Morgen laufe ich noch ein wenig durch die Gassen von San Marco oder Castello und fange Alltagsszenen ein. Außerdem ist es Zeit für ein paar leckere süße Teilchen, die wirklich empfehlenswert sind.

Markusplatz-San Marco Venedig im Nebel-Italien
Sonnenaufgang in Venedig Markusplatz

Der Sonnenaufgang von der Accademia-Brücke

Neben dem Markusplatz ist die Ponte dell’Accademia einer der schönsten Flecke um den Sonnenaufgang zu genießen. Zum Glück bin ich tagsüber den Weg dorthin schon mal abgelaufen, so dass ich auch zeitig angekommen bin. Venedig ist wie ein großes Labyrinth und die Beschilderung sehr überschaubar. Am Anfang habe ich mich sehr gefreut, dass ich direkt am Markusplatz eine kleine Beschilderung gesehen habe, diese dienen aber nur dazu, einen ins Labyrinth zu locken. Spätestens bei der dritten Kreuzung oder Sackgasse stellt man fest, dass es leider keine Richtungsangabe mehr gibt. Wenn man daher ein festes Ziel hat, sollte man unbedingt einen Stadtplan besitzen, was aber zugegebenermaßen echt nervig ist. Ich habe viele Leute gesehen, denen vor lauter Karten und Google maps der Blick für die Schönheit der Stadt verloren gegangen ist. Daher belasse ich es dabei, dass es am schönsten ist, wenn der Weg das Ziel ist.

Accademia Brücke Venedig Sonnenaufgang Fotospot

Tipp 2- Die bunten Häuser von Burano

Venedigs bunte Seite. Die Legende besagt, dass die Fischer die Häuser so bunt angestrichen haben, um auch im Nebel ihr eigenes Haus wiederzufinden. Eine schöne Geschichte für einen traumhaften Ort.

Schlendert man hier an den Kanälen entlang wird man von den Farben förmlich erschlagen. Aber im positiven Sinne. Jedes Haus auf Burano ist in einer anderen Farbe gestrichen und hat häufig noch kleine Accessoires wie Blumen oder Vorhänge, die perfekt zur vorherrschenden Farbe harmonieren. Viele schöne kleine Details erschließen sich, wenn man die Muße hat genauer hinzuschauen. Ich bin auch ein wenig vom Hauptkanal weg durch die kleinen Gassen geschlichen, was mir sehr gut gefallen hat. Die Wäsche hängt über der Straße und die Einheimischen halten einen Plausch an der Ecke. So stelle ich mir mein persönliches klischeehaftes Italien vor.

Burano erreicht ihr als Halbtagesausflug in Verbindung mit Murano und Torcello, was ich gemacht habe, aber hier nicht weiterempfehlen möchte. Es ist einfach nicht genug Zeit, sich alles in Ruhe anzusehen. Murano und Torcello kann man sich eigentlich sparen, es sei denn ihr wollt unbedingt die Glasbläser sehen.

Die bessere Alternative für Burano ist sicherlich mit den normalen Wasserbussen hierher zu kommen. So würde ich es auf jeden Fall das nächste Mal planen und am liebsten eine Nacht in Burano bleiben um die Insel auch mal ohne die ganzen Tagestouristen zu sehen.

Schlussendlich ist die Zeit hier viel zu schnell vergangen, ich wäre gerne länger geblieben!

Bunte Häuser von Burano Venedig
Bunte Häuser von Burano Venedig
Bunte Häuser von Burano Venedig

Tipp 3- Abseits der Touristenpfade Cannaregio entdecken

Wenn sich mittags die Touristenmassen über den Markusplatz schieben, habe ich die Flucht ergriffen und bin mit dem Wasserbus nach Cannaregio gefahren, da ich gelesen habe, dass es hier etwas ruhiger ist. Und es war in der Tat Balsam für die Seele. Ich bin einfach ohne Ziel und Plan durch die Gassen und entlang der Kanäle geschlendert und habe die Ruhe genossen. Von den Häusern und den Kanälen her ist es mindestens genauso schön wie in San Marco, nur wird man hier eben nicht durch die Gassen geschoben, sondern kann sich alles in Ruhe anschauen. Viele kleine Straßencafés laden zu einer Pause ein und bieten Speis und Trank zu normalen Preisen. In der Nähe vom Markusplatz zahlt man fast das Dreifache. Pizzaduft liegt in der Luft und ich kann wieder mal nicht widerstehen…Ja, ich war gefühlt fast nur am Essen und ich habe jeden einzelnen Bissen genossen!

In den Kanälen habe ich während meines weiteren Spaziergangs eine Gruppe von Kajakfahrern gesehen, das werde ich mir für das nächste Mal merken. Bestimmt auch eine schöne Art die Stadt kennenzulernen.

Cannaregio Venedig-Eine ruhige Ecke für eine Gondelfahrt
Kanäle in Cannaregio Venedig Italien

Tipp 4- Unbedingt ein Zeitticket für die Wasserbusse kaufen

Zugegebenermaßen ein ziemlich blöder Tipp. Aber in meinem jugendlichen Leichtsinn bin ich zunächst davon ausgegangen, dass sich hier wunderbar alles zu Fuß erkunden lässt da ja alles nah beieinanderliegt. Das ist auch so, aber wenn man den ganzen Tag unterwegs ist dampfen abends die Füße. Nach fünfzehn gelaufenen Kilometern am ersten Tag, musste ich dann doch einsehen, dass ich die ein oder andere Strecke auch wunderbar mit dem Vaporetto (Wasserbus) hätte zurücklegen können, was ich dann auch am nächsten Tag gemacht habe. Man ist nicht wirklich schneller mit dem Wasserbus, aber alles ist ein wenig leichter und entspannter. Außerdem kann man auch einfach mal zum Spaß den Canale Grande entlangfahren und die wunderschönen alten Palazzi bewundern.

Die Zeitkarten (24h, 48h oder länger) könnt ihr einfach an den größeren Haltestellen kaufen.

Mein letzter Tipp: Einfach nach Venedig fahren und genießen. Ich habe mich sofort in diese Stadt verliebt und freue mich schon aufs nächste Mal!

Markusplatz-San Marco Venedig
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2 Kommentare. Hinterlasse eine Antwort

  • Das ist ein sehr schöner Beitrag und ich finde es super, dass Du einfach so spontan hingeflogen bist. Das würde ich auch gerne einmal machen.
    Liebe Grüße
    Anja von Castlemaker.de

    Antworten
    • Liebe Anja,
      vielen lieben Dank für dein Feedback. Ich würde den Kurztrip sofort wieder machen! Eigentlich habe ich im Voraus einer Reise immer einen groben Plan, was ich mir gerne ansehen würde. Diesmal war das aber alles erfrischend anders. Kurz in ein paar Blogs geschaut, was es so in Venedig gibt und dann einfach treiben lassen…
      Vielleicht einfach machen? War garnicht so schwer 😉
      LG, Dani

      Antworten

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