Tauchen in Raja Ampat – Auf den Spuren der Mantarochen

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Unser Tauchurlaub in Raja Ampat auf der Damai

Beim Tauchen erlebt man immer wieder unglaubliche Überraschungen, die einen staunen lassen und manchmal auch tief im Herzen berühren. So erging es uns in Raja Ampat.

Ohne viel Worte zu verlieren, erstmal ein kleines Video:

Video Raja Ampat Mantarochen

Wo liegt eigentlich Raja Ampat?

Raja Ampat ist eine Inselgruppe im Osten von Indonesien, westlich von Neuguinea.  Der Archipel besteht aus 1800 Inseln, wovon aber nur 35 bewohnt sind. Hierauf verteilen sich nur etwa 60000 Einwohner. Der Name Raja Ampat bedeutet „vier Könige“ auf Grund der vier Hauptinseln Misool, Salawati, Batanta und Waigeo.

Wo liegt Raja Ampat? Reiseblog und Tauchen

Fische und Korallen bis zum Abwinken

Raja Ampat liegt im sogenannten Korallendreieck und hat eine beeindruckende Artenvielfalt, was durch den Kontinentaldrift bedingt ist. Genau in Raja Ampat treffen die australische, eurasische, philippinische und indopazifische Platte mit ihren verschiedenen Lebensformen aufeinander und so entwickelte sich diese einzigartige Biodiversität.

Selbst das zehnmal größere Great Barrier Riff in Australien weist nicht so viele Fischarten auf, wie ihr sie hier finden werdet. Und es gibt mehr Korallen, als in der ganzen Karibik zusammen. Meeresbiologen haben vor der legendären Insel Kri während eines einzigen Tauchgangs 284 verschiedene Fischarten zählen können und es werden auch heute immer noch neue entdeckt.

Aber auch Überwasser kann sich Raja Ampat blicken lassen. Wir fahren an vielen kleinen grünen Inseln vorbei und bewundern das glitzernde türkisfarbene Wasser.

Ich habe selten einen Ort gesehen, der so farbenprächtige und spektakuläre Sonnenuntergänge zu bieten hatte als Raja Ampat.

Raja Ampat: Traumhaft schöne Lagunen
Sonnenuntergang in Raja Ampat

Wo ist der Haken an der Sache? Die Anreise…

Wie soll ich es formulieren, es mutet ein wenig wie eine Odyssee an bis man Sorong erreicht. Direktflüge gibt es nicht und auch keine so richtig schnellen Verbindungen, zumindest haben wir damals keine gefunden. Zusammengefasst ist die Anreise einfach nur lang. Wir haben sowohl auf dem Hin- wie auch auf dem Rückweg ein paar Tage Urlaub auf Bali geplant, was somit den Transfer etwas versüßt hatte. Von Bali aus ging es für uns über Ujung Pandang nach Sorong. Auch über Jakarta, Manado oder Lombok ist eine Anreise möglich. Es lohnt sich also definitiv, sich über die aktuellen Möglichkeiten zu informieren. Auch sollte man sich die indonesischen Airlines gezielt auswählen, viele stehen auf der Blacklist und stürzen auch immer mal wieder ab. Also bitte nicht gleich beim günstigsten Flug zuschlagen.

Am besten macht ihr es wie ich, nach der langen Anreise ankommen und erstmal die Liegen auf dem Schiff austesten…

Auf der Dalai I angekommen und erstmal schlafen

Die beste Reisezeit

Zwischen November und April soll man beim Tauchen die besten Sichtweiten mit bis zu 30 Meter haben. Wir waren Anfang Januar da und konnten uns nicht beklagen. Das Meer war ruhig und schaukelte einen ganz sanft in den Schlaf. Geregnet hatte es nur selten, bewölkt war es häufiger, aber natürlich war es tropisch warm.

Wenn man auf die Wetterkarten schaut, dann stellt man fest, dass die Lufttemperaturen immer zwischen 23-30 Grad liegen. Regnen kann es jederzeit, vermehrt natürlich in der Regenzeit von Juli bis September. Die Wassertemperaturen liegen meist bei angenehmen 26-29 Grad.

Ein paar Worte zu Moskitos

Raja Ampat hat ein hohes Risiko für Malaria, so dass ihr euch sinnvollerweise vor der Reise tropenmedizinisch beraten lasst. Wie gesagt, im Krankheitsfall mal schnell nach Jakarta fliegen ist nicht.

Wir hatten bei unserer Reise keine Malaria-Prophylaxe eingenommen, da wir fast nur auf dem Schiff waren und sich dort (zum Glück) keine Moskitos hin verirrten. An Land wurden wir aber prompt gestochen.

Türkisfarbenes Wasser und grüne Inseln in Raja Ampat-Indonesien
Sonnenuntergang in Raja Ampat bei der Tauchsafari

Die Damai– Ein Luxusschiff für Taucher

Raja Ampat kann man vom Hotel oder vom Schiff aus erkunden. Wir haben Option Schiff gewählt und waren damit sehr zufrieden, was sicherlich auch nicht unerheblich an unserem ausgewählten Boot lag. Ich muss ehrlich sagen, dass die Damai eines der besten Liveaboards war, auf dem wir jemals waren, zugegebenermaßen auch eines der teuersten.

Wie in Indonesien üblich, ist die Damai ein Segelschiff aus Holz und sieht einfach unglaublich hübsch aus. Leider werden die Segel nicht gesetzt, man fährt also immer mit Motor. Die Standardkabinen sind sehr stilvoll eingerichtet, groß und mit schönem Badezimmer. Zusammengefasst einfach nur toll. Und sogar das lässt sich noch mit der Masterkabine toppen. Diese ist quasi ein eigenes Apartment auf dem Schiff und bietet Platz für eine Großfamilie samt Bedienstete. Ich weiß ehrlich gesagt nicht, wer bei einem Tauchurlaub so eine Kabine wirklich nutzt.

Das Tauchdeck ist, wie hätte man es gedacht, sehr groß und durchdacht. Hier kann man in Ruhe sein Equipment vorbereiten und muss sich nicht gegenseitig auf den Füßen stehen. Auch einen kleinen Kameraraum gibt es, so dass sie Babys gut versorgt sind. Das Sonnendeck ist so schön, fast schade, dass man es vor lauter Tauchen kaum nutzt. Überall schöne bequeme Liegen, und die Handtücher liegen selbstverständlich auch gleich bereit.

Legendär ist die Massage an Deck, die man am besten zum Sonnenuntergang bucht. Ein Traum!

Insgesamt waren die Mitarbeiter alle sehr freundlich und hilfsbereit. Wir haben uns sehr wohl gefühlt und das Essen an Bord war auch phänomenal. Muss ja auch mal erwähnt werden…

Selbstverständlich wurden auch kleine Ausflüge mit dem Beiboot auf Inseln angeboten oder wir sind durch die türkisfarbenen Lagunen gefahren, was auch mal eine schöne Abwechslung war und uns ein wenig Einblicke in das Leben Überwasser gegeben hat.

Tauchen in Raja Ampat auf der Damai
Kabine auf der Damai in Raja Ampat
Tauchdeck auf der Damai-Raja Ampat

Tauchen, Tauchen, Tauchen

Bis zu fünf Tauchgänge werden an Bord der Damai angeboten, darunter meist auch ein Nachttauchgang am Abend. Der Tauchbetrieb ist super organisiert und es sind ausreichend Guides vorhanden. Eigentlich heißt es, dass ein Guide auf vier Taucher kommt, aber wir hatten manchmal sogar nur zu zweit einen eigenen Guide, der uns mit einem angenehmen Enthusiasmus durch die Unterwasserwelt führte. Für mich war der Guide Gold wert, ansonsten hätte ich nie im Leben ein Pygmäen-Seepferchen gesehen. Geduldig hat er mir dieses mit seinem Zeigestöckchen gezeigt und als ich es immer noch nicht gesehen habe, hat er sogar noch eine Lupe ausgepackt. Makro ist halt nicht so meine Stärke. Natürlich habe ich gleich ein Foto vom Seepferdchen gemacht und was ist? Ich finde das Seepferdchen auf dem Bild nicht mehr…

Man taucht im Regelfall von bequemen Beibooten aus, welche einen direkt zum Tauchplatz fahren und dort auch wieder einsammeln. Die Tauchplätze waren abwechslungsreich ausgewählt, aber natürlich ein wenig mantalastiger als bei einer normalen Tour.

Reiseblog-Raja Ampat-Tauchen-Korallen-Fische
Neumodische/Clownfische in Raja Ampat

Was kann man Unterwasser sehen?

Ähm, eigentlich fast alles. Raja Ampat hat eine der größten Artenvielfalt unter Wasser, die man als Taucher erleben kann. Egal, ob man Makro liebt oder eher die größeren Fische, hier stehen die Chancen gut, dass man beides finden wird. Vom kleinen Pygmäen-Seepferchen bis hin zu Mantarochen ist eine wahnsinnige Vielfalt zu erleben. Lediglich Riffhaie haben sich kaum blicken lassen.

Die Riffe sind voll mit intakten Korallen und einem Kaleidoskop aus Farben. Für uns waren das definitiv die schönsten Riffe, die wir jemals gesehen haben.

Skurrile Lebewesen wie Wobbegongs (Teppichhaie), Walking Sharks oder Blauring-Oktopusse sind hier heimisch und entzücken das Taucherherz. Raja Ampat ist übrigens einer der wenigen Orte auf der Welt, an dem man an einem Tauchplatz zwei verschiedenen Mantarochen sehen kann (Manta birostris und Manta alfredi).

Da bleibt nur die eine Frage offen: Weitwinkel oder Makrolinse auf die Kamera….

Wobbegong/Teppichhai in Raja Ampat
Blauringoctopus in Raja Ampat

Auf den Spuren der Mantarochen

Da ich Mantas liebe, war ich sehr glücklich, dass wir Raja Ampat im Rahmen einer Expedition mit Manta Trust erkundeten. Chris sagt immer, wenn irgendwo in der Nähe des Tauchplatzes ein Manta ist, dann finde ich ihn garantiert. Ist auch meistens so!

Die Organisation Manta Trust wurde 2011 zum weltweiten Schutz und zur Erforschung der Mantarochen sowie Mobulas und deren Lebensräume gegründet. Weltweit, unter anderem auch in Indonesien, laufen Projekte, um mehr über diese zauberhaften Wesen herauszufinden. Denn eigentlich wissen wir noch recht wenig über sie.

Gerade in der heutigen Zeit, in der mittlerweile auch das Finning nicht vor den Mantas haltgemacht hat und die Kiemen für die chinesische Medizin missbraucht werden, ist es umso wichtiger, dass auch diese Lebewesen einen Schutz erhalten. Schaut doch mal auf die Webseite von Manta Trust, dort findet ihr viel Informationen über Mantas und auch die nächsten geplanten Expeditionen, an den man teilnehmen kann.

Auf unserer Tour waren zwei Biologinnen der Organisation mit an Bord, von denen wir viel über die Mantarochen gelernt haben. Zum Teil erfolgte dies über lockere Vorträge wie auch in der Praxis beim Tauchen selbst. Die Damai hat bei unserer Tour möglichst Tauchplätze mit der Chance auf eine Mantasichtung herausgesucht, was auch gut gelungen ist. Die gesichteten Mantas wurden fotografiert und danach in die Datenbank eingepflegt. Die Identifikation erfolgt anhand der Flecken auf dem Bauch, die quasi wie ein individueller Fingerabdruck sind. Anhand der Datenbank kann somit nachvollzogen werden, wo und wann dieser Manta schon mal gesichtet wurde, aber auch Besonderheiten wie Schwangerschaften oder Verletzungen werden hier eingepflegt. So gab es für uns immer spannende Hintergrundinfos zu unseren Mantasichtungen.

Für zwei neu entdeckte Mantas haben wir eine Patenschaft übernommen, seitdem gibt es in Indonesien zwei Mantas namens Dani und Chris. Wenn ihr sie beim Tauchen seht, dann grüßt sie herzlich von uns!

Mantarochen in Raja Ampat

Manta Feeding Frenzy

Dass wir plötzlich in einer Manta Feeding Frenzy landen würden, damit hat wohl niemand an Bord gerechnet. Eigentlich fing der Nachmittag damit an, dass das Schiff einen für sie neuen Tauchplatz ansteuerte, an dem man wohl regelmäßig Mantas sehen würde. Auf Grund der suboptimalen Bedingungen wurden wir vor dem Tauchen gefragt, ob wir denn überhaupt hier tauchen gehen möchten. Nach kurzer Diskussion waren wir uns an Bord einig, dass wir dem Spot eine Chance geben würden. Ein recht unspektakulärer Tauchgang folgte, bei dem wir immer mal wieder ein paar Mantas an der Wasseroberfläche sahen. Als wir dann von unserem kleinen Schlauchboot aufgesammelt wurden, brachte uns der Boatsdriver aufgeregt ganz in die Nähe, wo er wohl schon länger kleine Mantaflossen aus dem Wasser winken gesehen hatte. Wir sind reingesprungen und ich war in Manta-Heaven.

Über 40 verschiedene Mantarochen umkreisten uns, drehten Pirouetten und flogen majestätisch in langen Reihen hintereinander her. Ein Erlebnis, was man wohl nur einmal im Leben haben wird und mir immer noch Gänsehaut bereitet.

Tauchen in Raja Ampat-Feeding frenzy der Mantarochen
Tauchen in Raja Ampat-Feeding frenzy der Mantarochen

Abschließend mussten wir beide feststellen, dass Raja Ampat ein wundervolles Tauchgebiet ist, was uns komplett überzeugt hat. Wir möchten hier unbedingt wieder tauchen!

Strand in Raja Ampat
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2 Kommentare. Hinterlasse eine Antwort

  • Wow, das sind wirklich sehr tolle Bilder, die jetzt noch mehr Fernweh in mir wecken. Ich war schon ewig nicht mehr Tauchen. Möglicherweise kann ich es auch gar nicht mehr bzw. müsste irgendwie einen Auffrischungskurs machen oder so… Jedenfalls kann ich nur bestätigen, dass Tauchen wirklich eine sehr tolle Erfahrung ist und echt Spaß macht.
    Dass die Anreise sehr lang war kann ich mir gut vorstellen. Aber das hat auch irgendwie seinen Reiz finde ich, denn die Anreise ist auch schon Teil des Urlaubs und man sieht dabei so viel, sammelt Erfahrungen und trifft Leute.
    Ich bin gespannt mehr von euch zu lesen! 🙂
    LG Johanna

    Antworten
    • Hallo Johanna,
      wir freuen uns sehr, dass dir unser Raja-Ampat Bericht gefallen hat. Unser Ziel, Fernweh zu wecken haben wir scheinbar erreicht 😀 Tauchen ist einfach etwas ganz Besonderes und lässt einen nicht mehr los wenn man einmal damit angefangen hat. An fast jeder Tauchschule werden mittlerweile auch Auffrischkurse angeboten, vielleicht wäre das wirklich ein Plan für deinen nächsten Urlaub…Und bis dahin versuchen wir noch ganz viele “schreckliche” Fernwehbilder zu posten.
      LG, Dani&Chris

      Antworten

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