Sri Lanka- Vom Fischerdorf in die Hauptstadt

Kontraste zwischen Negombo und Colombo

Nach einer Woche Sonne, Strand und Tauchen machten wir uns spät abends mit einem einstündigen Flug von Male (Malediven) nach Colombo (Sri Lanka). Sri Lankan Airlines hat sich von der besten Seite gezeigt und tatsächlich auf diesem kurzen Flug ein warmes Essen gezaubert. Wir waren begeistert und haben es mal als ein gutes Omen für die bevorstehenden zwei Wochen gesehen.

Wir sind erst nachts gelandet und haben uns ein Taxi vom Flughafen zu unserem Hotel in Negombo gegönnt, da es am nächsten Morgen früh losgehen sollte.

Am Morgen haben wir unseren Guide Saman zum ersten Mal gesehen, zuvor hatte ich nur Kontakt via Facebook und E-Mail. Ein bisschen nervös waren wir schon, zumal wir mit ihm ja nun die nächsten zwei Wochen auskommen sollten. Unsere Bedenken waren natürlich vollkommen unbegründet, zum Glück. Uns empfing ein netter, gut englischsprechender, lockerer Saman. Die Chemie stimmte sofort.

Unser erster Fotostopp führte uns direkt zum Strand, an dem die Fischer ihre großen Netze einholten. Auf dem Weg dorthin konnten wir einen ersten Eindruck von Negombo entwickeln. Naja, ziemlich touristisch ist es schon. Traumstrände wie auf den Malediven gab es natürlich keine. Macht nichts, wie wollten ja Fotografieren.

Saman brachte uns zu einem abseits des Zentrums liegenden Strand, wo die Fischer ihre ewig langen Netze aus dem Wasser zogen. Hierbei standen die Fischer hintereinander am Strand und haben zusammen am Seil gezogen, so wie ihr es auf dem Titelfoto sehen könnt. Nur ganz klein in der Ferne konnten wir auf dem Meer ein Boot sehen, welches am Ende des Netzes wachte. Auf jeden Fall eine ganz schön anstrengende Arbeit.

Wir wurden beim Fotografieren von allen Seiten neugierig beäugt, viele Touristen scheinen sich hier nicht hin zu verirren. Für die Fischer ist das Einholen der Netze ein tägliches Ritual, für uns war es etwas Besonderes, was wir in dieser Form noch nicht gesehen haben.

Fischerboote am Strand von Negombo Sri Lanka
Fischer am Strand in Negombo Sri Lanka

Spaziergang am Strand von Negombo

Beim Flanieren am Strand konnten wir die schön bemalten Fischerboote bewundern, die farblich perfekt zum Blau des Himmels und des Meeres gestaltet waren. Es herrschte überall reges Treiben, viele kleine Netze wurden aus den Booten gebracht und durch kräftiges Ausschütteln flogen die Fische durch die Luft. Gleich nebenan wurde der Fisch verkauft.

Für uns gab es viele schöne Fotomotive. Willkommen in Sri Lanka, wir sind angekommen.

Gleich in der Nähe gibt es einen großen Fischmarkt, dessen Besuch sich wirklich lohnt. Zunächst blickt man auf Felder von getrocknetem Fisch, der auf Decken und Matten in der Sonne ausgelegt wird. Die letzten Fischer bringen ihren Fang an Land, die Sonne steht mittlerweile schon hoch und es wird sehr warm. Jetzt ist die Zeit, den Fisch auf dem Markt zu verkaufen. Stand neben Stand reihen sich die Verkäufer. Katzen und Hunde warten, dass etwas übrigbleibt. Und es riecht nach Fisch, und wie! Die Fische werden mit großen Messern auseinandergenommen und mit Beilen zerhackt. Die Käufer schieben sich mit uns durch die engen Gassen. Für uns ein Erlebnis. Negombo beginnt uns zu gefallen.

Fischmarkt in Negombo Sri Lanka
Sri Lanka-Tuk Tuk-Ngombo

Genug von Fisch, auf geht´s nach Colombo

Die Hauptstadt Sri Lankas ist mit über 2 Millionen Einwohnern eine richtige Großstadt. Dementsprechend ist es laut und die Straßen sind voll. Tuk-Tuks, Busse, Autos und Roller sind zu einem einzigen Gewusel verknotet. Der Verkehr schiebt sich nur sehr zäh in die Stadt. Kein Ort um zu verweilen.

Als ob Saman meine Gedanken lesen konnte wurde kurz darauf ein Stopp im Gangaramaya Buddhist Temple inmitten der Stadt gemacht. Weg von der Straße und rein in die Ruhe. Der Tempel mutete mehr als ein Museum von Kuriositäten an. Jede Ecke ist mit Kram vollgestellt: Figuren, Kissen, alte Autos, Töpfe und viele Dinge mehr, die weder Saman noch ich zuordnen konnten. Der Tempel ist wohl der berühmtesten in Colombo und trotz der sonderbaren Ausstattung ein Heiligtum. Interessant war es allemal.

Zu Fuß machten wir uns danach auf den Weg zum modernen Seema Malaka Tempel, der nur in wenigen Minuten zu erreichen ist. Dieser wurde auf einer kleinen Insel im Beira See erbaut. Man ist somit der Großstadt ein wenig entrückt und doch umzingelt von den Hochhäusern. Es ergeben sich hierdurch schöne Motive mit den vielen Buddha Statuen und der Silhouette der Stadt im Hintergrund. Ein sehr spannender und ungewöhnlicher Kontrast.

Seema Malaka Tempel mit Buddha-Statuen

Nach so viel Kultur erstmal eine Pause. Wir sind in einem der Restaurant im Old Dutch Hospital eingekehrt, was wir sehr empfehlen können. Das Old Dutch Hospital gilt als eines der ältesten Gebäude der Stadt und stammt aus der niederländischen Kolonialzeit. Es wurde liebevoll restauriert und bietet nun mehreren Shops und Restaurants Platz, welche sich um einen ruhigen Innenhof scharen. Die Atmosphäre hat uns hier sehr gut gefallen.

Gewusel im Pettah Market

Frisch gestärkt ging es danach zum Pettah Market. Das ist kein Markt im eigentlichen Sinne, sondern ein ganzes Stadtviertel, in dem man alles kaufen kann was es gibt. Dementsprechend herrscht hier rege Betriebsamkeit. In einem Gewirr von Gassen und Straßen gab es an jeder Ecke andere Szenen zu bestaunen. Über die „Obststraße“ gingen wir zum „Gewürzdistrikt“, in dem wir dem Entladen der LKW´s zusahen. Wie Ameisen trugen die schwitzenden Arbeiter schwere Säcke in die kleinen Läden wo diese unter strengem Blick der Ladenbesitzer abgeladen wurden. Mit Handkarren wurden weitere Säcke transportiert und Tuk-Tuks bis unter das Dach mit Waren beladen. Für mich wahnsinnig spannend dem Treiben zuzusehen. An der nächsten Kreuzung kamen wir in das bunte „Kleider- und Stoffviertel“, welches natürlich deutlich weiblicher geprägt war. Kreuzung für Kreuzung, Straße für Straße entdeckten wir immer neue Straßenszenen. In diesem Viertel steht auch die Jami-Ul-Afar Moschee, welche komplett aus roten und weißen Ziegeln gebaut ist und einfach nur unglaublich schön ist.

Männer auf Ladekarren auf dem Markt
Frauen auf dem Straßenmarkt in Colombo
Moschee aus roten und weißen Ziegeln in Colombo

Über den Dächern von Colombo

Zum Ausklang des Tages haben wir die vielen Stufen des Sambodhi Chaitya Tempel erklommen, welcher am Hafen zu finden ist. Von Pettah aus könnte man zu Fuß gehen, wir haben uns aber ein Tuk-Tuk genommen, welches an jeder Straßenecke auf Gäste wartet. Von außen zeigt sich ein gelbes bogenförmiges Konstrukt nicht unähnlich einer Raketenabschussbasis, auf dessen Spitze sich jedoch eine Stupa befindet. Der Tempel ist mit schönen Wandmalereien ausgestattet, welche die Geschichte Buddhas erzählen, aber deswegen sind wir hier nicht barfuß in der Hitze die Stufen hochgeklettert. Einmal oben angekommen hat man eine wunderbare Aussicht über Colombo und dem Hafen. Ich würde jedem empfehlen hierher zu kommen.

Aussicht vom Sambodhi Chaitya Tempel über Colombo
Reiseblog-Sri Lanka-Colombo-Tuk Tuk

Ein langer Tag neigt sich dem Ende zu und wir sind komplett erschlagen aber happy. Viele Eindrücke fahren Achterbahn im Kopf und die Füße sind schwer wie Blei.

Wir freuen uns auf morgen. Kommt Ihr mit auf unsere Reise?

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