Socorro-Großfischtraum par excellence

Warum wir immer wieder in Socorro tauchen möchten?

Socorro, wenn ich diesen Namen höre komme ich ins Schwärmen, das weiß jeder, der mich kennt. Wer braucht Galapagos, wenn es Socorro gibt?

Bisher waren wir dreimal zum Tauchen dort und es war bestimmt noch nicht das letzte Mal.

Wo liegt eigentlich Socorro?

Socorro Islands oder auch Islas Revillagigedo genannt, sind eine kleine Inselgruppe vor der Westküste Mexikos mitten im Pazifik. Im deutschen Sprachgebrauch hat sich der Name Socorro eingebürgert, was ich hier jetzt auch einfach übernehme.

Der Archipel besteht aus den relativ weit auseinanderliegenden Inseln Socorro, San Benedicto, Roca Partida und Clarion, wovon normalerweise nur die ersten drei betaucht werden. Die Inseln sind unbewohnt, lediglich auf Socorro und Clarion befinden sich Militärstationen, die auch jedes Mal fleißig die ankommenden Schiffe kontrollieren. Ich frage mich bis heute, was die Jungs angestellt haben, damit sie an diesen trostlosen Fleck der Erde gesetzt wurden. Vielleicht dürfen sie ja tauchen gehen…

Landgänge sind nicht möglich, man befindet sich also jederzeit auf dem Schiff. Das bedeutet, dass eine gewisse Seefestigkeit vorhanden sein sollte, zumal es auch nur wenige geschützte Ankerplätze gibt. Etwas Seegang hat es daher immer, so dass wir uns für den Notfall immer etwas Stugeron (Cinnarizin) einpacken, womit man auch tauchen darf. Leider lässt es sich nur noch aus der Schweiz beziehen.

Socorro tauchen-maps

Anreise

Normalerweise beginnt die Tour im Hafen von Cabo San Lucas in Mexiko, so dass von Deutschland aus meist ein Flug mit Stopp in den USA notwendig ist. Cabo selbst ist eine Art Ballermann für Amis, wir würden dort keinen Urlaub machen wollen.

Vom Festland aus benötigt man mit dem Schiff ca. 22-24 Stunden bis die erste Insel erreicht ist, je nach Seegang auch mal mehr. Zu Beginn der Überfahrt erhält man von der Schiffscrew ein Update, wie schlimm es werden wird. Keine Angst, sooo schlimm ist es dann auch nicht.

Cabo San Lucas-Hafen-Schiffe
Solmar V-Socorro-Tauchen

Beste Reisezeit

Socorro wird normalerweise von November bis Juni befahren, in der anderen Zeit steuern die Schiffe Guadalupe an, um mit den großen Weißen zu tauchen.

Wir waren bisher im Februar und November tauchen. Im Frühjahr (Januar bis April) ist das Wasser deutlich kälter, mir definitiv zu kalt. Das Schöne am Frühjahr war, dass man Buckelwale sehen konnte, leider meist aber nur Überwasser. Beim Tauchen jedoch konnte man teils über Stunden ihren Gesängen lauschen.

Die letzten zwei Urlaube waren wir im November dort, was angeblich eine sehr gute Zeit zum Tauchen sein soll und was wir auch bestätigen können. Die Wassertemperaturen liegen bei bis zu 28 Grad. Leider ist der November häufig schon über lange Zeit ausgebucht, so dass man frühzeitig seinen Urlaub planen sollte, um noch eine freie Kabine zu ergattern. November bietet sich übrigens auch an, um im Anschluss noch ein paar Tage in La Paz dranzuhängen. Ich sage nur Seelöwen und Walhaie.

Dani beim Tauchen in Socorro

Welches Schiff?

Wir waren bisher einmal auf der Nautilus Exlorer und zweimal auf der Solmar V. Mittlerweile gibt es noch andere Schiffe, die Socorro ansteuern, welche ich aber nicht genauer kenne. Aus Gründen, die ich nicht näher erläutern möchte, gehen wir nicht mehr auf die Nautilus Explorer.

Mit der Solmar V waren wir sehr glücklich.  Die Crew ist eingespielt und erfahren. Als wir das zweite Mal auf dem Schiff waren, gab es auch kaum personelle Wechsel, was für sich spricht. Das Tauchen ist professionell organisiert und man merkt an vielen Details, dass hier mitgedacht wird. Die Crew ist vom Kapitän bis hin zum Roomboy ausgesprochen freundlich und hilfsbereit. Gerne werden abends oder einfach zwischen den Tauchgängen Panga-Rides an die Inseln angeboten, was immer wieder sehr viel Spaß macht.

Der Koch zaubert in seiner kleinen Küche jeden Abend ein Drei-Gänge-Menü, wenn man es vorher anmeldet, erhält man auch vegetarisches Essen.

Die Kabinen sind klein und damit meine ich wirklich klein. Es gibt zwei verschiedene Kategorien von Kabinen: Superior und Standard. Also klein und noch ein bisschen kleiner. Der Vorteil der Superior Kabinen liegt eher daran, dass diese hinten im Schiff lokalisiert sind, also es nicht ganz so schlimm schaukelt. Klimaanlage ist vorhanden und jede Kabine verfügt über ein Mini-Bad.

Das Tauchdeck ist schön groß, jeder hat seinen eigenen Platz für Equipment und Flasche. Mittig auf dem Deck befindet sich eine große Ablage für Kameras, so dass diese auch sicher verstaut sind. Es gibt genügend Waschgelegenheit für Equipment sowie Duschen für die Taucher. Ganz oben auf dem Schiff gibt es ein Sonnendeck mit einigen Liegen.

Luxus werdet ihr nicht finden, auch wenn es teilweise von Reiseveranstaltern so beworben wird. Es ist ein funktionelles Schiff, dass voll und ganz auf Taucher ausgerichtet ist. Der wahre Luxus besteht darin, hier Tauchen zu dürfen.

Reiseblog-Socorro-Tauchen-Sonnenuntergang
Sonnendeck Solmar-Socorro

Ab zum Tauchen…

Jeden Tag werden 3-4 Tauchgänge angeboten. Und das reicht auch völlig aus, da die meisten Tauchgänge eher tief sind. Vor jedem Tauchgang findet ein ausführliches Briefing an der Tafel statt. Getaucht wird hier sinnvollerweise mit Nitrox. Die Gäste werden in feste Gruppen eingeteilt und haben jeweils einen Guide dabei. Meistens wird man vom Panga zum Tauchplatz gebracht und dort auch wieder eingesammelt. Nur an wenigen Tauchplätzen kann man direkt vom Tauchdeck ins Wasser, und auch hier besteht dann die Möglichkeit vom Panga wieder eingesammelt werden.

Ihr befindet euch auf der Hochsee, so dass ich jedem dazu rate aus Sicherheitsgründen eine lange Boje zum Auftauchen mitzunehmen und man sollte auch wissen, wie man diese bedient. Eine Tauchversicherung sehe ich als Selbstverständlichkeit an. Ein Anfängertauchgebiet ist Socorro definitiv nicht. Um das Tauchen wirklich zu genießen und Freude daran zu haben würde ich aus dem Bauch raus sagen, dass man so 100 Tauchgänge haben sollte. Ihr taucht an Steilwänden, Strömung und in Blauwasser, habt Ablenkung durch allerlei Mantas, Delfine und Haie, so dass selbst bei erfahrenen Tauchern die Tarierung nicht immer perfekt sitzt.

Tauchen mit Mantarochen vor Socorro

Die wahren Gründe für Socorro

Jetzt kommen wie mal zu den wichtigen Themen. Der Grund, weswegen die meisten, inklusive uns, hierherkommen, sind die großen Fische, insbesondere die Mantarochen (Manta birostris). Und ich muss euch wirklich bestätigen, dass ihr genug Mantas sehen werdet. Verglichen mit anderen Stellen der Welt sind die Mantas hier ausgesprochen freundlich und bleiben manchmal den ganzen Tauchgang bei der Tauchgruppe. Man hat wirklich den Eindruck, dass sie es mögen durch die Luftbläschen zu schwimmen, teilweise sind sie ganz nah über uns geschwommen.

Wer keine Mantas mehr sehen kann, der darf gerne seinen Focus auf die Haie legen. Die kleinen Weißspitzenriffhaie, welche in den Höhlen der Steilwand von Roca Partida zuhauf liegen, sind legendär.

Mit etwas Glück seht ihr Hammerhaie, Galapagoshaie, Silkys und mit richtig Glück auch mal einen Tigerhai. Das mit dem Tiger glaube ich aber erst, wenn ich einen gesehen habe, die anderen Haie haben wir hier alle schon mehrfach zu Gesicht bekommen.

Fast hätte ich noch den Walhai vergessen, natürlich im Zusammenhang mit viel Glück.

Delfine schwimmen auch immer wieder vorbei und lasst euch gewarnt sein, diese haben richtige Tricks drauf. Sie stellen sich aufrecht, schauen euch ganz tief in die Augen und lassen sich dabei langsam abfallen. Ungefähr bis der Tiefenalarm des Computers angeht. Chris fällt immer wieder auf das Spiel herein.

Und ansonsten gibt es viele Steine, mal ein Lobster oder ein paar Fischlein. Makroliebhaber sollten hier definitiv nicht hinfahren.

Ehrlicherweise haben wir hier auch schon Tauchgänge erlebt, in denen wir uns eine Stunde lang Steine angeschaut habe, während die Mantas einen Familienausflug weit weg gemacht haben. That´s nature.

Aber wir haben auch schon Tauchgänge erlebt, in denen Delfine kamen, zwischen den Delfinen ein Manta herumflatterte und später noch ein Walhai unter uns durchgetaucht ist. Die üblichen Haie waren natürlich auch da. Und das ist jetzt nicht geflunkert, sondern das ist Roca Partida. Eine Steilwand, die gefühlt bis ins Unendliche abfällt und immer wieder Überraschungen bietet.  Man weiß nie, was beim nächsten Tauchgang passieren wird, aber die Chancen stehen hier sehr gut, dass es einer der Tauchgänge deines Lebens werden könnte.

Haie in Höhle- Tauchen Socorro-Roca partida-Tauchen
Mantarochen und Delfine-Tauchen-Socorro

Traumdestination Socorro

Chris und ich diskutieren immer mal wieder, was für uns DIE Traumdestination zum Großfischtauchen ist. Wir schwanken zwischen Cocos und Socorro. Zum Glück müssen wir uns ja nicht festlegen. Socorro bietet eine gewisse Abwechslung, was Großfisch angeht, weswegen ich es so spannend finde. Aber man sieht eben nicht die riesigen Schulen von Hammerhaien wie in Cocos oder eine feeding frenzy der Mantas wie in der Hanifaru Bay.

Mein Tipp: Unbedingt den Trip nach Socorro mit einer Woche La Paz verknüpfen. La Paz bedeutet Schnorcheln mit Walhaien und Tauchen mit Seelöwen. Ich werde euch noch einen Bericht dazu schreiben.

Mein Fazit: Wann geht es endlich wieder nach Socorro?

Places to get lost-Underwater

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