Namibia – Unsere Tipps für eine Safari im Etosha Nationalpark

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Denkt man an Afrika, denkt man an Antilopenherden, Giraffen, große Raubkatzen und natürlich Elefanten. Die besten Chancen für spannende Tierbegegnungen hat man in einem der zahlreichen Nationalparks. Namibias größter und eindrucksvollster Park ist der Etosha Nationalpark. Bereits 1907 erkannte Friedrich von Lindequist, Gouverneur des damaligen Deutsch-Südwestafrika, die Notwendigkeit, die Natur schützen zu müssen und schuf den Park, der etwa 400 Kilometer nördlich der Hauptstadt Windhuk am Rand des Kalahari-Beckens liegt.

Ein Elefant auf der Straße

Luxuslodge oder Zelt?

Eine nicht unwichtige Frage ist natürlich, welche Unterkunft man am besten buchen sollte. Die Auswahl ist alles andere als klein. Generell sollte man für einen Etosha-Besuch mindestens drei Tage einplanen. Langweilig wird es auch bei längeren Aufenthalten nicht, versprochen. Zwar hat man vor allem in den Lodges im Nationalpark die Möglichkeit, sein eigenes Zelt aufzuschlagen, wir haben uns diesmal aber für die etwas bequemere Alternative entschieden und unser Quartier in den wirklichen schönen Lodges bezogen. Da wir den Park von Westen nach Osten durchquert haben, verbrachten wir die erste Nacht im Etosha Village, das sehr schön und in Relation wirklich günstig ist, sowie nur ca. 10 Fahrminuten vom Parkeingang am Andersongate entfernt liegt.

Leopard auf der Lauer

Wir hatten Glück und kamen ohne Panne durch den Park um abends die Onguma Lodge zu erreichen. Die Onguma Lodge liegt direkt in der Nähe des Parkeingangs Lindequist Gate. In der im Kolonialstil gehaltenen und gemütlichen Lodge verbrachten wir drei sehr luxuriöse Nächte. Das Highlight von Onguma ist mit sicherlich der sogenannte Bunker. In diesem getarnten Unterstand kann man sich mit seinen Kameras direkt neben einem Wasserloch von den Tieren ungesehen auf die Lauer legen und hat so die Chance auf einmalige Tieraufnahmen. Ein Traum für jeden Fotografen.

Springböcke am Wasserloch in Etosha Namibia

Nächtliche Tierbegegnungen

Bleibt man mehrere Nächte in Etosha, ist es auch eine gute Idee, zumindest eine davon in einer Unterkunft im Park selbst zu verbringen. Einige Camps haben nächtliche beleuchtete Wasserlöcher, was für uns sehr interessant klingt. Um hier Tiere zu beobachten, reicht es einfach, sich auf den Campingstuhl vor seinem Zelt zu setzten. Einige Parkbesucher berichten, dass sie vor lauter Tiersichtungen am Wasserloch die Zeit vergessen und gar nicht mehr in den Park selbst fuhren.

Ein Löwe auf der Jagd

Alle Besucher, die außerhalb des Parks nächtigen, haben keine Möglichkeit Tiere in der Nacht zu beobachten, denn bis zum Sonnenuntergang müssen sie den Park verlassen haben. Zu diesem Zeitpunkt werden alle Ein- und Ausgänge Etoshas ohne Ausnahme bis Sonnenaufgang geschlossen. Aus diesem Grund steht für unseren nächsten Besuch in Etosha eine Übernachtung im Park (der bereits fest geplant ist) an erster Stelle.

Safari auf eigene Faust

Grundsätzlich gibt es zwei Möglichkeiten, den Park zu besuchen: Entweder man bucht eine der zahlreich angebotenen Safari-Touren oder fährt selbst mit dem eigenen Auto. Wir entschieden uns für die zweite Möglichkeit. Im Rahmen einer gebuchten Safari startet man zwar mit einem erfahrenen einheimischen Guide, Angst, als Selbstfahrer weniger zur erleben, muss man aber nicht haben. Im Gegenteil: Häufig haben wir gesehen, dass Safarijeeps bei Tierbegegnungen nur kurz für den obligatorischen Schnappschuss stoppten und sofort weiterfuhren. Schlechte Voraussetzungen für den ambitionierten Fotografen. Wir bevorzugen, uns an einem der zahlreichen Wasserlöcher auf die Lauer zu legen und einfach abzuwarten, welche Tiere sich vor die Linse trauen. Wenn man unterwegs einem Safarijeep begegnet, lohnt es sich aber auch immer, zu fragen, an welcher Stelle des Parks man gute Chancen für spannende Tierbegegnungen hat. Häufig können die stets hilfsbereiten Ranger über aktuelle Sichtungen berichten.

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Wir starten unseren Trip frühmorgens kurz vor Sonnenaufgang. Am Eingang des Parks hat sich trotz der frühen Stunde schon eine kleine Warteschlange gebildet, denn geöffnet wird erst mit Sonnenaufgang. Hier erhält man die Eintrittskarten für den Park. Plant man mehrere Tage in Etosha zu verbringen, lohnt es sich, gleich für mehrere Tage zu bezahlen. So spart man sich das Anstellen am Ticket-Counter am nächsten Morgen und kann gleich mit Sonnenaufgang in den Park fahren.

Etosha auf sicheren Wegen

Das Risiko, sich mit eigenem Auto zu verfahren, ist minimal: Innerhalb des Parks sind Wege und Wasserlöcher sehr gut ausgezeichnet. Man kann sich auch für relativ wenig Geld überall eine Karte des Parks kaufen, das ist aber nicht wirklich nötig. Wir haben uns im Hotel Kartenmaterial auf unser Handy geladen und kamen damit sehr gut zurecht. Man sollte aber stets das vorgeschriebene Geschwindigkeitslimit einhalten. Dies empfiehlt sich nicht nur wegen den zahlreichen, teilweise extrem großen Schlaglöchern, sondern vor allem wegen den zahlreichen Tieren am Wegesrand. Vor allem bei Giraffen gilt es, die Augen stets aufzuhalten und bremsbereit zu sein. Häufig warten die Langhälse bis zum buchstäblich letzten Moment, bis sie sich dann entscheiden, kurz vor dem Auto doch noch die Straße zu überqueren. Und wer will schon einem Parkranger oder der Mietwagenfirma erklären, woher die neue pelzige Kühlerfigur am Auto stammt?!

Giraffen am Wasserloch in Etosha Namibia

Snacks und Getränke sollte man während des Parkbesuches in Griffnähe auf der Rücksitzbank haben. Im Park ist es bis auf wenige gekennzeichnete Stellen aus gutem Grund verboten und auch nicht empfehlenswert, das Fahrzeug zu verlassen. Hat man die Verpflegung im Kofferraum mitgenommen und will man es am Wasserloch mal eben kurz aus dem Kofferraum holen, freut es den Leoparden, der sich im nächsten Busch versteckt und den man erst entdeckt, wenn es zu spät ist. Aus diesem Grund wünscht man im Park auch niemandem eine Reifenpanne. Ein kleiner Tipp: Sicherheitshalber sollte man die Nummer des Abschleppdienstes notieren, den gibt es nämlich auch im Etosha Park.

Ein Leopard

Elefanten in Etosha

Informiert man sich in den vielen Reiseführern über Etosha, liest man häufig, man solle für Tierbegegnungen zu einer bestimmten Uhrzeit an einem bestimmten Wasserloch sein. Liest man zum Beispiel bei einem Autor über gesicherte Löwensichtungen zum Sonnenaufgang bei Olifantsbad, heißt das übersetzt, dass der Autor morgens Olifantsbad besuchte und zufälligerweise Löwen sah. Vertraut der Leser seinem Reiseführer, kann er nur hoffen, dass die Löwen diesen auch gelesen haben und in unserem Beispiel keine Langschläfer sind. Sinnvoller ist es, neben Verpflegung genügend Zeit für einen Ausflug in den Park miteinzuplanen. Wie bereits angesprochen, ist es das Empfehlenswerteste, sich bei den Parkrangern und Guides nach aktuellsten Tiersichtungen zu erkunden. Für uns hat es sich ebenfalls sehr bewährt, einfach eines der vielen Wasserlöcher anzusteuern. Dort sucht man sich ein schönes Plätzchen und wartet einfach ab. Die häufigsten Sichtungen während des Tages sind sicherlich die vielen Safarijeeps, die kommen, aber auch schnell wieder gehen. Hat man aber etwas Geduld, stehen die Chancen sehr gut, dass so gut wie alle Tiere während des Tages für eine kleine Abkühlung vorbeischauen. Wir haben uns einmal vormittags spontan entschieden, einen Stopp an einem kleinen Wasserloch zu machen, an dem gerade zwei Elefanten ein Bad nahmen. Im Laufe der nächsten Stunden wurden es immer mehr und mehr, bis wir bei etwa 80 Tieren aufgehört haben zu zählen.

Elefanten am Wasserloch

Man sollte aber natürlich immer bedenken, dass Etosha kein Zoo ist. So sehr es uns auch freut, die vielen Tiere hautnah zu erleben zu können, so beruhigend ist es auch zu wissen, dass ein Großteil von Etosha allein seinen natürlichen Bewohnern vorbehalten bleibt und die Tiere viele Rückzugsmöglichkeiten haben. Nachdem der Park seit seiner Gründung mehrmals verkleinert wurde, hat er heute immerhin noch in etwa die Größe Hessens und gilt als zweitgrößter Nationalpark Afrikas. Aktuell gibt es Überlegungen, den Park eventuell sogar länderübergreifend wieder zu vergrößern. Es wäre schön, wenn dies Wirklichkeit wird und die einzigartige Schönheit Etoshas in all ihrer Vielfalt noch lange erhalten bleibt.

Ein Zebra in Etosha

Einmal Namibia, immer Namibia

Spätestens in Etosha wird jeder mit dem Namibia Virus infiziert sein. Jeder Tag hier war anders, jeder Tag war spannend. Wir haben es geliebt im Morgengrauen die Tiere zu beobachten und haben wirklich jede Sekunde bis zum Sonnenuntergang genossen.

Fazit: Von unserer Seite ein Muss, wenn man in Namibia ist!

Onguma Lodge im Sonnenuntergang
Altes Auto in Solitaire in Namibia

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Sanddünen in der Namib

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