Namibia – Unsere Reisevorbereitungen

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Warum Namibia?

Die letzten Jahre hat es uns, bis auf ein paar kleine Kurztrips in Europa, immer wieder nach Asien gezogen. Diesmal wollten wir mal etwas Anderes erleben. Durch viele Empfehlungen von Freunden und Bekannten wurde uns Namibia sehr nahegelegt. Wilde Tiere, endlose Weiten und schöne Lodges.

Warum eigentlich nicht?

Löwe in Namibia Etosha
Sonnenuntergang in Namibia-der Horizont glüht

Flüge nach Namibia

Über Condor gibt es meist Direktflüge von Frankfurt nach Windhoek, so dass wir uns erst gar nicht über andere Flugrouten wie z. B. über Johannesburg Gedanken machen mussten. Also haben wir Condor gebucht, was nicht gerade für Begeisterungsstürme gesorgt hat, aber nun mal die günstigste Variante war. Die Freude kam, als wir feststellten, dass der Flug von Air Namibia betrieben wird und somit alle Gepäckregelungen auch von Air Namibia gelten. Schlussendlich war es dann so, dass der Hinflug von Air Namibia betrieben wurde und der Rückflug von Condor. Netterweise waren beide Flüge nicht ausgebucht, so dass man sich an Bord wunderbar ausbreiten konnte. Wir haben selten so viel Beinfreiheit genossen und sogar die Damen von Condor waren mal richtig freundlich.

Mietauto und Internationaler Führerschein

Wir haben nach Stöbern in diversen Foren nicht DEN besten Autovermieter gefunden, so dass wir uns schlussendlich für Britz entschieden haben, insbesondere da bei diesem Anbieter gleich zwei Reserveräder dabei waren. Wichtig ist es, aus Versicherungsgründen, den Wagen in Deutschland zu buchen und das größte Versicherungspaket zu nehmen, was es gibt. Das haben wir dann auch über unser heimatliches Reisebüro gemacht. Ich empfehle euch genau zu checken, wann eine Rückgabe des Autos möglich ist. Gerade wenn man einen frühen Rückflug hat, vielleicht sogar noch am Wochenende, sind die Öffnungszeiten der Mietstationen sehr überschaubar.

Ein Jeep ist für Namibia schon sehr sinnvoll in Anbetracht der manchmal recht bescheidenen Straßenverhältnisse. In der Regenzeit sollte es ein 4×4 sein, für die Trockenzeit ist das nicht zwingend notwendig. Ich kann euch nur empfehlen einen zweiten Reservereifen zu haben, da diese einen hohen Verschleiß haben. Nicht vergessen, dass ihr euch bei der Autoabholung zeigen lasst, wie man diesen wechselt. Uns ist zum Glück beim Auto nichts passiert, wir haben aber einige kennengelernt, die auf die Reservereifen zugreifen mussten oder andere Schäden am Auto hatten.

Für Namibia solltet ihr außerdem einen internationalen Führerschein dabeihaben. Diesen erhaltet ihr bei der Führerscheinstelle. In unserer Stadt konnten wir vorab den Antrag online ausfüllen, so dass die Ausstellung vor Ort dann ganz flott ging. Ihr benötigt noch biometrische Passbilder und zwingend einen Führerschein in Kartenformat (wer noch den grauen oder rosa Schein hat, der muss ihn bei der Gelegenheit auch gleich umtauschen).

Unser Mietauto auf einer normalen Straßenpiste in Namibia

Linksverkehr-Eine Herausforderung?

Wir können euch beruhigen, dass das in Namibia ziemlich einfach ist. Erstmal hat man, ausgenommen Windhoek, extrem wenig Verkehr, die Straßen sind schön breit und Kreuzungen gibt es fast keine. Meistens fährt man stundenlang auf einer geraden Straße durch die endlosen Weiten des Landes und wundert sich, dass man keine anderen Autos sieht. Spannender sind eher die Straßenverhältnisse, die meist aus Schotterpisten mit mal mehr oder mal weniger großen Schlaglöchern bestehen. Besonders in den Schlaglöchern auf den Seitenstraßen in Etosha können ganze Familien hausen. Wir haben uns manchmal echt schwer gewundert, wenn uns mal ein Kleinwagen entgegenkam. Das hätten wir uns nicht getraut.

Beste Reisezeit und Zeitverschiebung

Wir waren im Juni in Namibia und empfanden dies als eine sehr gute Reisezeit, da gerade Trockenzeit ist und jeden Tag die Sonne scheint. Tagsüber war es warm, aber nicht zu heiß. Dafür wurde es abends und nachts teilweise empfindlich kalt.

Meistens konnten wir tagsüber lange Hosen und ein Shirt tragen, waren abends aber für Fleece-Jacke, Schal und ein warmes Feuerchen immer sehr dankbar. Nächtliche Temperaturen unter 10 Grad waren keine Seltenheit. Für Aktivitäten wie Safaris im offenen Auto oder Buschwanderungen in den frühen Morgenstunden sind eine Mütze, Handschuhe und gerade auf dem Auto auch eine Windjacke Gold wert.

Generell kann man Namibia das ganze Jahr bereisen. Die Regenzeit ist von etwa November bis März. Man muss in der Zeit bedenken, dass man zwingend ein Allradfahrzeug benötigt, da es teilweise recht heftig regnen kann und die Straßenverhältnisse dadurch nicht besser werden. Ab März/April wird es trockener und es kommt die bevorzugte Reisezeit, die bis in den deutschen Spätsommer reicht. Ab Juli wird es in Namibia deutlich voller, da die europäischen Sommerferien beginnen. Gerade zur Tierbeobachtung bietet sich die Zeit ab Juli an, da das Land trocken wird und sich die Tiere an den Wasserstellen sammeln. Wir können das nur bestätigen: Ende Juni haben wir tolle Tierbeobachtungen in Etosha erleben dürfen.

Das Tolle an Namibia ist, dass man keine Zeitverschiebung hat, so dass wir ausnahmsweise mal nicht mit einem Jetlag zu kämpfen hatten, was extrem entspannend war.

Unsere Route als Selbstfahrer

Wir wollten uns zu Beginn über ein Reisebüro die Reise zusammenstellen lassen, haben aber ziemlich schnell festgestellt, dass uns das mindestens genauso viel Nerven und noch viel mehr Geld kostet. Also haben wir alles selbst geplant und gebucht, was online recht einfach ging. In der Hauptsaison sollte man seine Unterkünfte am besten verbuchen. Wir haben selbst bei der Planung der Hotels bemerkt, dass schon vieles ausgebucht war, so dass es manchmal eine Challenge war, das Richtige zu finden.

Da wir nur zwei Wochen Zeit hatten, haben wir uns für die Route Windhoek, Mariental, Sossusvlei, Swakopmund, Erongo, Etosha und Okonjima entschieden. Also der Klassiker für den Einstieg. Viele Tiere, schöne Landschaften und tolle Lodges. Das war unsere Idee der Reise und rückblickend können wir auch sagen, dass es eine tolle Route war und wir daran auch Garnichts ändern würden. Hierbei mussten wir meist nicht mehr als 4 Stunden am Tag fahren, was uns sehr entgegenkam. Schlussendlich kamen trotzdem fast 3000km in zwei Wochen zusammen, was uns schon ein wenig überrascht hat.

Reiseroute Namibia auf Landkart

Gesundheit und Malaria

Bei einer Reise in den Norden sowie in der Regenzeit besteht ein ernstzunehmendes Risiko an Malaria zu erkranken. Ich empfehle euch, dass ihr euch unbedingt bei einem Reisemediziner beraten lasst, ob eine medikamentöse Prophylaxe einzunehmen ist. Weiterhin sind die Impfungen zu überprüfen (mind. normale Standardimpfungen und Hepatitis A erforderlich, bei einfachen Reisebedingungen sind noch weitere Impfungen notwendig).

Auf jeden Fall solltet ihr euch gut gegen Mücken schützen. Also lange Kleidung tragen und mit ausreichend Moskitospray einsprühen. Ein imprägniertes Moskitonetz * haben wir auch für unsere Reise eingepackt, aber selten genutzt. Einige Lodges hatten schon Moskitonetzte im Zimmer, in anderen waren schlichtweg keine Moskitos vorhanden. Nur an wenigen Abenden gab es den Spaß das Netz an den vorhandenen Gardinenstangen, Ventilatoren oder Tischlampen aufzuspannen.

Auch draußen wurden wir kaum von Moskitos belästigt, so dass wir unseren Sundowner immer entspannt genießen konnten. Ein Hoch auf die Trockenzeit.

Der richtige Stecker und Wifi

…ist auf jeden Fall wichtig, wenn man mit so viel Kameraequipment verreist wie wir es tun. Für Namibia ist der Adapter wie für Südafrika der Richtige. Normale Reise-Vielfachstecker haben diesen normalerweise nicht integriert, so dass man sich einen separaten kaufen muss. Einige Lodges hatten sogar europäische Steckdosen, was aber leider nicht flächendeckend war. Wir haben auf der Reise die Stecker von Skross * und Hama * genutzt, die wie immer gut funktioniert haben.

Wifi existiert in den meisten Lodges zumindest im Eingangsbereich, ist aber meist extrem langsam. Groß Bilder zu laden war meistens leider nicht oder nur mit sehr viel Geduld möglich.

Reisestecker für Namibia

Bücher, Karten und Papierkram

Wir haben einen kleinen Reiseführer von Marco Polo * zur Inspiration gelesen, der aber mehr zur groben Orientierung dient oder wenn man einfach nicht so viel Infos haben möchte. Wir fanden den Reise Know-How Reiseführer Namibia * für die Planung deutlich besser. Dieser ist ungefähr auch doppelt so dick ist wie der andere, hat dafür aber fast alle Informationen, die wir benötigt haben. Außerdem ist er auch schön bebildert, was ich liebe, da ich mich gerne von Fotos inspirieren lasse. Wir haben zudem noch ein bisschen im Internet recherchiert und auch einfach vieles spontan mit Bauchgefühl entschieden.

Reiseführer für Namibia

Navi, GPS oder Landkarte?

Klare Antwort: Eine Landkarte reicht völlig aus. Wir hatten die Reise Know-How Karte * dabei und kamen damit wunderbar zurecht. Sogar die meisten unserer Lodges waren darin eingezeichnet. Das einfache an Namibia ist, dass es bis auf Windhoek nicht viele Straßen gibt und die Beschilderung verhältnismäßig gut ist. Insbesondere die Lodges und Campingplätze  sind extrem gut ausgeschildert, so dass die Anfahrt immer easy war. Auch Lodges im Hinterland waren schon immer auf der nächstgrößeren Straße teils schon über Distanzen von über 40km ausgeschildert.

Für Etosha gibt es separate Karten, die man entweder in den Shops im Park kaufen kann oder man lädt sich einfach hier die Karten über aufs Handy. Wir haben die Handyvariante gewählt und sind damit sehr gut zurechtgekommen. Das Tolle an den Karten ist, dass sämtliche Wasserlöcher eingezeichnet sind, an denen wir ganz tolle Tierbeobachtungen erleben durften.

Die letzten Worte:

Namibia ist einfach nur traumhaft und hat uns jeden Tag aufs Neue überrascht und verzaubert. Wir verstehen jetzt, warum so viele Leute immer wieder hierherkommen. Auch wir werden bestimmt wieder zurückkommen.

So, und was haben wir jetzt noch vergessen? Fragt uns einfach, wenn Euch noch etwas einfällt!

Im Hidden Vlei Namibia-Salzpfanne und tote Baume

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