Myanmar mit Mutti

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Eine ganz besondere Urlaubsreise nach Myanmar

Mutti ist 70 Jahre alt.

Mutti ist seit 20 Jahren nicht mehr verreist.

Mutti ist meine Schwiegermutter.

Das war die Ausgangssituation.

Nachdem immer wieder der scherzhafte Wunsch an uns gerichtet wurde, am liebsten im Handgepäck geschmuggelt mitzureisen, haben wir uns gedacht, dass wir jetzt Ernst machen. Und so haben wir Mutti eines Weihnachtens eröffnet, dass wir zusammen verreisen werden und zwar nach Myanmar! Die Freude war groß, auch wenn ich mir sicher war, dass Mutti nicht so genau wusste wo Myanmar eigentlich liegt, bzw. was man da so macht. Das tat der Freude jedoch keinen Abbruch.

Nach einer Woche Studium wurde Mutti zur Myanmar Expertin und hat uns auch während der Reise immer wieder mit ihrem Wissen beeindruckt. Immerhin eine in unserer illustren Reisegruppe, die den Reiseführer gelesen hatte.

Myanmar Königspalast in Mandalay

Um ein Visum zu erhalten braucht man einen Pass….

Zuerst mussten wir aber die Vorbereitungen für die Reise treffen. Erstmal die Basics, nein die Basics der Basics. Für Myanmar muss zuvor ein Visum bei der Botschaft beantragt werden, was natürlich voraussetzt, dass auch ein Pass vorhanden ist. Also erstmal für Mutti einen Pass beantragen. Denn nur mit einem Pass erhält man auch ein Visum.

Zum Glück hatten wir mehr als genug Zeit für die Vorbereitungen.

Mit ihren 70 Jahren haben wir Mutti vorab zu ihrem Hausarzt geschickt, Myanmar ist ja vom medizinischen Standard nicht ganz Deutschland. Durch unsere bisherigen Reisen sind wir klar im Vorteil was Impfungen und Tropentauglichkeit angeht. Mutti konnte lediglich mit einer FSME-Impfung angeben. Also wieder gut, dass wir genug Zeit hatten.

Reise nach Myanmar-Am Flughafen

Unsere Reiseroute in Myanmar

Die Reise habe ich als Privatreise vorab zusammengestellt und gebucht. Hierfür lohnt es sich, mehrere Angebote einzuholen. Die Online-Reisebüros hatten hier klar die Nase vorne, was Flexibilität und Preis der Reise anging. Da wir in keiner Gruppe reisen wollten, aber einen gewissen Standard wegen Mutti einhalten wollten, haben wir uns für die Variante Privatreise entschieden. So konnten wir für die zwei Wochen Urlaub Route, Hotels und Ausflüge nach unseren Wünschen gestalten. Bei jeder Etappe unserer Reise hatten wir dann vor Ort unseren eigenen Guide und Fahrer. Insgesamt haben die Guides sehr gutes Englisch gesprochen, waren sehr engagiert und sind gerne auf unsere Sonderwünsche eingegangen.

Wir haben die „klassische“ Route von Yangon, Inle-Lake, Bagan nach Mandalay bereist. Zusätzlich gab es einen Stopp in Taunggy, da zu unserer Reisezeit das in ganz Myanmar berühmte Hot-Air-Ballon Festival stattfand, was sicher eines unserer tollsten Erlebnisse war. Für zwei Wochen war dies eine schöne Einsteigerroute, die zugegebenermaßen natürlich größtenteils touristisch frequentiert war, was verglichen mit anderen Ländern Südostasiens aber immer noch sehr moderat war. Dank unserer Guides konnten wir den großen Busgruppen häufig gut ausweichen. Als Empfehlung gebe ich zu bedenken, dass man in den letzten Tagen der Reise langsam einen Tempelkoller bekommt, das sollte man bei der Planung der Reise unbedingt bedenken. Man sagt ja auch Myanmar sei das Land der 1000 Pagoden. Nach zwei Wochen hat man gefühlt auch 999 davon gesehen.

Muttis Sicht der Dinge

Mutti ist bis heute noch begeistert von Myanmar (und wir auch). Für sie folgte ein Highlight nach dem anderen: Ballonfahrt über Bagan, Kochen mit unserem Guide und seiner Familie, die vielen Tempel, das Ballonfestival in Taunggy, Sonnenuntergang mit Boot auf dem Fluss…

Dadurch, dass sie das erste Mal in Asien war, hatte sie häufig einen anderen Blick auf die Dinge wie wir. Vieles war neu, vieles noch nie gesehen. Ich vergesse bestimmt nie, wie ich mich mit ihr in Mandalay verlaufen habe und uns niemand den Weg zum Hotel beschreiben konnte, weil schlichtweg keiner Englisch verstanden hat. Schlussendlich wurden wir von einem netten Burmesen auf seinem Roller nach Hause gebracht. Mutti saß vor Freude quietschend zwischen uns und konnte es nicht fassen, dass wir zu dritt auf einem Roller fuhren.

Manchmal sind es die kleinen Dinge, die eine Reise zu einem Erlebnis machen.

Novizenfest Myanmar

Schlussendlich muss ich sagen, dass diese Reise mit Mutti natürlich anders war. Aber auf eine schöne und erhellende Art. Ich bin bis heute davon überzeugt, dass uns Mutti auf Grund ihres Alters viele Türen vor Ort geöffnet hat. Die herzliche bayrische Art mit nur sporadischen Englischkenntnissen harmonierte wunderbar mit der burmesischen Mentalität. Interessanterweise scheinen die Burmesen unseren deutschen Humor gut zu verstehen. Nicht umsonst heißt es, dass Myanmar das Land des Lächelns ist.

So, jetzt wisst Ihr wie es zu unserer ungewöhnlichen Reise kam und warum auf einigen Fotos eine ältere Dame zu sehen ist.

Myanmar Bagan Pagoden
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