Indien- Ranthambore: Tiger und gutes Karma

Tiger? Bis auf Aas sehen wir in Ranthambore sowieso nichts! Den Spruch sollte mir heute noch den ganzen Tag anhören müssen…

Fangen wir aber von vorne an. Auf diesem Planeten leben noch etwa 3000-5000 Tiger, davon auch noch einige auf dem indischen Subkontinent. Leider gelten diese großen Raubkatzen als eine sehr stark gefährdete Tierart, so dass ich gerne noch einen Tiger in freier Wildbahn sehen wollte, bevor es vielleicht zu spät ist. Daher haben wir unsere Reise so geplant, dass wir einen Abstecher in den Ranthambore National Park  gemacht haben, um dort im Nationalpark auf Tigersafari zu gehen, auch wenn es für uns einen größeren Umweg bedeutete. Chris war davon nicht sonderlich überzeugt, aber was tut man nicht alles für eine glückliche Frau!

Unser Fahrer und ich haben fest an gutes Karma geglaubt.

Karte vom Rahnthambore National Park

Es geht los!

Morgens um 6.30h werden wir mit einem Jeep abgeholt und brausen mit vier weiteren auf Tiger hoffenden Reisenden gen Nationalpark. Es ist fürchterlich kalt, so dass ich mich in Fleecejacke, Windjacke, Mütze und Handschuhe mummle. Andere hüllen sich in Wolldecken vom Hotel. Nicht gerade die klischeehafte Vorstellung von Indien. Wir hätten nicht geglaubt, dass wir unsere deutsche Winterkleidung in diesem Urlaub auspacken würden.

Über eine staubige Holperpiste geht es durch den riesigen Park. Wir sehen viele Pfauen, Antilopen und Wild. Aber plötzlich erklingt ein tierischer Warnruf und alles geht ganz schnell. Wir rasen durch den Park und was ist? Nichts. Kein Tiger weit und breit.

Nach etwa drei Stunden ist die Safari vorüber und bis auf ein in der Nacht vom Tiger erlegtes Stück Tier und einem staubigen Tatzenabdruck haben wir leider nichts von den Miezekatzen gesehen. Ein bisschen traurig bin ich schon, aber Natur kann man eben nicht buchen und so haben wir das mal einfach akzeptiert.

Wild bei der Tigersafari in Indien
Affen bei der Tigersafari in Indien-Ranthambore
Krokodil bei der Tigersafari in Indien-Ranthambore

Also erstmal in Ruhe frühstücken. Zum Glück ist unser Hotel auf Safarigäste eingestellt, so dass es auch um 10:30h noch etwas Gutes zum Essen gibt. So eine Safari macht echt hungrig.

Wir genießen ein wenig unser schönes Hotel, sitzen auf der großen Veranda und lassen uns die warme Sonne auf die Nase scheinen.

Imposantes Hotel in Ranthambore-Tigersafari

Ein neuer Versuch am Nachmittag

Ich glaube noch an unser gutes Karma und Chris murmelt vor sich hin, dass man nachmittags sowieso keine Tiger sieht. Diesmal sind wir in einer anderen Zone unterwegs, die noch ein wenig staubiger ist. Nur zur Erklärung: Den Fahrern wird jeweils eine Zone im Ranthambore National Park für die Safari zugewiesen, die man befahren darf. So wird vermieden, dass nicht alle die gleichen Spots ansteuern. Wir hatten somit maximal 8 Jeeps auf einem Fleck im Park gesehen, was ja nicht überall auf der Welt so ist. Man hat jedoch keinen Einfluss darauf welche Zone man befahren wird…nicht überall scheinen die Tigersichtungen gleich zu sein.

Am Nachmittag haben wir noch mehr Antilopen und Wild gesehen aber die Tiger lassen auf sich warten. Unser Guide erklärt uns, dass in der zugewiesenen Zone vier Tiger leben. Und diese Zone ist ganz schön groß…Gleiches Procedere wie am Vormittag: gerade sind wir beim Füßevertreten und plötzlich bricht große Hektik aus. Eine andere Gruppe hat Tiger gesichtet. Wir springen in den Jeep und es geht mit Karacho los. Der Jeep rast mit Vollgas über die staubige Piste. Wir klammern uns und unsere Kameras fest und plötzlich kommt der Moment auf den wir gewartet haben. Wir sehen Tiger! Für wenige Sekunden streift ein Weibchen mit zwei Jungtieren durchs Unterholz. Für einen Moment steht die Zeit still und wir sind wahnsinnig dankbar, dass wir diesen Moment erleben durften. Ich sage nur: gutes Karma.

Safari in Indien-Ranthambore. Keine Tiger, aber Wild.
Tiger im Ranthambore National Park Indien

Nach Ranthambore? Auf jeden Fall!

Glücklich fahren wir wieder zurück ins Hotel. Nachdem wir erstmal unsere Kleidung und Kameras entstaubt haben sitzen wir beim Dinner und fangen erst langsam an zu realisieren, was wir heute erlebt haben. Wer hätte gedacht, dass wir hier in Indien unseren ersten freilebenden Tiger sehen würden?

In Indien gibt es zwar noch einige Nationalparks, in denen man eine Tigersafari mit größeren Chancen auf Sichtungen machen kann, aber diese waren alle viel zu weit von unserer Route durch Rajasthan entfernt. Daher waren wir am Ende sehr froh, dass wir einen Abstecher nach Ranthambore gewagt haben und das Glück auf unserer Seite war. Das nächste Mal würden wir hier sogar zwei Tage einplanen…

Hoffen wir, dass wir Menschen endlich lernen, dass mit freilebenden Tieren mehr Geld zu verdienen ist als mit erlegten Trophäen!

Tigersafari in Indien-Unser Jeep
Kühe in Indien

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